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Attersee am Attersee

Der Ort mit den zwei markanten Kirchtürmen am Fuße des Buchberges ist das Zentrum einer Gemeinde mit ca. 1500 Einwohnern und einer Fläche von 14,7 km². Im Mittelalter war die Burg Attersee das Herrschaftszentrum des Attergaues.

Aus der Geschichte
Zahlreiche Pfahlbaufunde am Seeboden vor den Ortschaften Aufham und Altenberg bezeugen eine dichte Besiedelung in Jungsteinzeit. Auch der Buchberggipfel scheint in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt gewesen zu sein.

Aus der Römerzeit sind bisher keine archäologisch bedeutenden Funde bekannt. Eindrucksvoll sind jedoch die Spuren aus dem Mittelalter, welche durch Ausgrabungen auf dem Kirchberg seit den siebziger Jahren wissenschaftlich erforscht werden. Auf dem Areal des Kirchberges stand bereits im Frühmittelalter ein karolingischer Königshof (lat. curtis), der 885 als "Atarnhova" erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1007 ging dieser Hof mitsamt den dazu gehörenden Besitztümern an das neugegründete Bistum Bamberg über, und im Laufe des Mittelalters wurde die Burg mit Türmen und Befestigungsanlagen ausgebaut. 1379 erwarben die Habsburger den Bamberger Besitz im Attergau. Der Herrschaftsmittelpunkt wurde aber aus wehrtechnischen Gründen im Spätmittelalter auf den höher gelegenen Koglberg bei St. Georgen verlegt und die Burganlage in Attersee dem Verfall preisgegeben.

In der Barockzeit erlebte Attersee als Wallfahrtsorteinen neuen Aufschwung. Nach der Übertragung des Gnadenbildes "Maria in der Sonne" von St. Georgen nach Attersee 1652 wurde die frühere gotische Schlosskirche zu einer barocken Wallfahrtskirche ausgebaut.

Ende des 18. Jh. wurde - wie die Schulchronik berichtet - auf den Ruinen der Burg die erste Volksschule in Attersee errichtet. Die geschwungene Form der Fassade des Gebäudes, in dem heute das Heimathaus untergebracht ist, beruht wohl auf der Verwendung von mittelalterlichen Fundamenten. Auch in Abtsdorf wurde 1783 der reguläre Schulunterricht eingeführt, und für den Neubau des Schulgebäudes um 1800 fand ebenfalls das Baumaterial einer Ruine Verwendung. Die Bauern mussten nämlich mit ihren Fuhrwerken Bruchsteine von dem ehemaligen Schloss Wildenhag herbeibringen.

1810-1816 gehörte der westliche Teil des Attersees zum Königreich Bayern. In dieser Zeit, 1813, wurde die evangelische Pfarre Attersee durch den bayrischen König errichtet. Der Hintergrund dafür war, dass sich die Toleranz-Gemeinde Rutzenmoos, zu der die evangelischen
Familien des Attergaues seit der Gewährung der Religionsfreiheit duch Josepf II. gehörten, damals im österreichischen Ausland befand.

Von 1842 bis 1912 bestand in Attersee die Bierbrauerei Hager. Um 1880 war sie die fünftgrößte Brauerei von Oberösterreich. Weitere Brauereien am Attersee gab es früher übrigens in Litzlberg und in Nussdorf.

Ein wichtiger Magnet für den Fremdenverkehr war das 1875 am Landungsplatz eröffnete Hotel Attersee, welches zu Weihnachten 1945 durch einen Brand zerstört wurde. Die Lokalbahnlinie Vöcklamarkt - St. Georgen - Attersee wurde 1913 eröffnet, und bis nach dem Zweiten Weltkrieg bestand eine Gleisverbindung vom Bahnhof zum Landungsplatz, welche ein bequemes Umsteigen zwischen Zug und Schiff möglich machte.

Die beiden politischen Gemeinden Attersee und Abtsdorf wurden 1941 zusammengelegt.

Die Schuhfabrik Oswald, die später nach Stöttham im Gemeindegebiet von Straß im Attergau übersiedelte, nahm in Attersee 1949 ihren Betrieb auf. Aus einer Schlosserei entwickelte sich die Achsenfabrik Rinner zu einem bekannten Unternehmen.
Das ehemalige Sägewerk Häupl in Mühlbach wurde zu einem Seglercamp mit Yachthafen und Ferienwohnungen ausgebaut. Es ist dies ein gutes Beispiel dafür, dass der Übergang von einem traditionellen Handwerksbetrieb zu einem modernen Fremdenverkehrsunternehmen geglückt ist.

Die Schiffswerft und Bootsbauerei Haitzinger in Aufham ist mittlerweile der einzige derartige Betrieb am Attersee.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Attersee

Bei einem Rundgang um die Kirche sieht man noch den tiefgezogenen Graben, der einst die Burg Attersee umgab. Anfang des 18. Jh. wurde der Bau vergrößert und der Innenraum in der bis heute erhaltenen Form barockisiert. Das Zentrum des Hochaltars ist das Marienbild in einem Rokoko-Silberrahmen. Die Statur "Maria mit dem Kind" darüber könnte von einem früheren gotischen Altar stammen. Sie wurde erst bei der Kirchenrenovierung 1910 wieder am Hochaltar aufgestellt. Ein besonderes Kunstwerk ist das gotische Relief der Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande (hier als Replik). Von großem kunstgeschichtlichem Wert sind auch die vom Mondseer Bildhauer Meinrad Guggenbichler geschnitzten Statuetten von den drei Kirchenlehrern, welche sich nun unter einem Glassturz am rechten Seitenaltar befinden. Die umfassende Innen- und Außenrenovierung der Kirche wurde 2002 abgeschlossen. Hinweisen möchten wir auf die Votivbilder und Votivgaben, die gläubige Wallfahrer früher als Dank und Bitte stifteten. Eine kleine Sammlung dieser Gegenstände befindet sich im seitlichen Anbau vorne rechts in der Kirche. Vor allem die Votivgaben aus Wachs, (Körperteile, Augenpaare, Tiere, Kröten) sind bemerkenswert. Von den traditionellen Wallfahrten, die zu dieser Kirche führen, erwähnen wir die alljährlich im Herbst stattfindende Holzknechtwallfahrt.

Evangelische Kirche Attersee
Die kleine gotische Kirche war ursprünglich dem hl. Martin geweiht und kam 1813 durch Verkauf an die neu gegründete evangelische Pfarrgemeinde. 1854 wurde das Kirchenschiff verlängert und der neugotische Turm angebaut. Bis 1900 stand im Altarraum ein sogenannter Kanzelaltar, das heißt, die Kanzel mit dem neugotischen Schalldeckel war direkt hinter dem Altartisch angebracht. Die heutige neugotische Inneneinrichtung (Kanzel in Anlehnung an die Pilgram-Kanzel im Wiener Stephansdom, geschnitzter Flügelaltar mit der Darstellung des Heilsgeschehens) fertigte die Wiener Kunsttischlerei Schmidt. Die Familie Schmidt, welche in Seewalchen eine Sommervilla errichtet hatte, ließ auch die neugotische Gruftkapelle an der linken Außenmauer der evangelischen Pfarrkirche errichten.

Pfarrkirche zum Laurentius in Abtsdorf
Eine kleine spätgotische Landkirche mit interessantem asymmetrischen Netzrippengewölbe; das frühere gotische Eingangsportal an der Südmauer wurde bei einer Renovierung Anfang des 20. Jh. freigelegt. Kunstgeschichtlich interessant ist diese Kirche vor allem durch die Geschlossenheit der barocken
Innenreinrichtung. Die drei Altäre und die Kanzel schuf der Mondseer Bildhauer Meinrad Guggenbichler in den Jahren 1699 bis 1703. Die neue Orgel wurde vom belgischen Orgelbaumeister Patrick Collon 1995 errichtet. Der Dachreiter mit der barocken Zwiebelhaube stammt aus dem Jahr 1838. die Westfassade der Kirche, der Turm- und die Friedhofsmauer wurden im Jahr 2002 mit Lärchenschindeln neu eingedeckt. Die Pfarre Abtsdorf, welche bereits 1142 urkundlich genannt wird, gehörte bis zur Auflösung des Klosters (1791) zum Benediktiner-Stift Mondsee. Die frühere Zugehörigkeit zu Mondsee kommt auch im Ortsnamen Abtsdorf zum Ausdruck.

Schlossberg und Ringwallanlage am Buchberg

Ein Wanderweg führt an den Umrissen einer mittelalterlichen Fliehburg auf halber Höhe des Buchberges vorbei zum Jagerstüberl auf dem Gipfel. Archäologische Ausgrabungen konnten hier im Gemeindegebiet von Berg i.A. eine frühgeschichtliche Ringwallanlage feststellen.

Brusenbauch-Fresko am Landungsplatz
Der Maler Arthur Brusenbauch (1881-1957), der in Abtsdorf sein Sommerdomizil hatte, schuf diese Darstellung einer oberösterreichischen Bauernhochzeit. In dem Gebäude am Landungsplatz Nr.2 befand sich früher die Bierbrauer Hager. Von Brusenbauch stammt auch das Fresko einer Kreuzigungsgruppe auf einem Kapellenbildstock in Abtsdorf (beim Feuerwehrhaus)

Heimathaus Attersee
auf dem Kirchberg, einst war hier die erste Volksschule von Attersee; in dem Gebäude finden regelmäßig Ausstellungen statt, vor allen in den Sommermonaten.

Atterseehalle
an der Abzweigung Kirchenstraße-Attergaustraße nach St. Georgen; im Sommer 1996 mit einer großen Gemäldeausstellung von Christian Ludwig Attersee (geb. 1940) eröffnet, alljährlich größere Ausstellungen zu verschiedenen Themenkreisen der Bildenden Kunst, unter anderem zur Malerei am Attersee.

Bahnhof und Remise
kulturgeschichtlich interessantes Bahnhofsgebäude im Fachwerkstil der Jahrhundertwende; die Remise wurde nach einem Brand in moderner Form wieder aufgebaut.

Linktipps:

Attersee - AtterWiki

Pfarrkirche Abtsdorf - Download

Pfarrkirche Maria Attersee - Download

Evangelische Pfarrkirche Attersee - Download