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Der Weg ist das Ziel - das Ziel ist Attersee!
12. Juli 2012<br />

Geistliche und Weltliche Zentren im Mittelalter

Das Benediktinerkloster Mondsee war seit seiner Gründung durch den Bayernherzog Odilo im Jahre 748 das geistliche Zentrum der Region.

Mondsee wurde unter anderem auch mit Besitzungen am westlichen Ufer des Attersees ausgestattet und es war nicht nur ein Zentrum der Mission und Christianisierung. Der Landwirtschaftsbetrieb, die Rodung und Kolonisierung des dünn besiedelten Landes waren zugleich wichtige Aufgaben, die die Klöster erfüllten.

An dieser Stelle möchten wir die Frage stellen, seit wann das Christentum in unserer Gegend verbreitet war. Dass schon in der Spätzeit des Römischen Reiches christliche Gemeinden und Kirchen in Oberösterreich existierten, ist durch Funde belegt (Lauriacum/Enns-Lorch, St. Florian). In der Endphase der römischen Herrschaft lässt sich außerdem das Wirken des heiligen Severin an vielen Orten Oberösterreichs belegen. Ob sich aber das Christentum über die Wirren der Völkerwanderungszeit in Oberösterreich bis ins Frühmittelalter erhalten hat, kann nicht gesagt werden. Es ist jedenfalls sicher, dass die neu eingewanderten germanischen Bayern zuerst einmal "Heiden" waren und erst später durch die Arbeit von Missionaren christianisiert wurden. Der heilige Rupert von Salzburg (gest.715) wird mit der Missionierung des Attergaues in Zusammenhang gebracht. Allerding gehörte der Attergau seit der kirchlichen Neuordnung Bayerns (Abgrenzung der vier Bistümer Regensburg, Freising, Salzburg, Passau) durch den heiligen Bonifatiust (gest. 754) bis zur Gründung der Diözese Linz (1785) zu Passau.
Auf eine frühe Christianisierung weisen auch bestimmte Kirchenpatrone hin, vor allem Apostel und Märtyrer sind hier zu nennen (Petrus und Paulus in Berg i.A., Jakobus in Seewalchen, Laurentius in Abtsdorf, Mauritius in Nussdorf, Valentinus in Weyregg). Der erste Nichtmärtyrer, der zur Ehre der Altäre erhoben wurde, war der hl. Martin (gest. um 400), dem in Attersee eine Kirche geweiht war. Auch der aus Irland stammende hl. Gallus (gest. 645), dem in Schörfling eine Kirche geweiht ist, ist in diesem Zusammenhang zu nennen.

Das weltliche Zentrum befand sich im Frühmittelalter in dem heutigen Ort Attersee. Auf dem Atterseer Kirchberg gab es einen Königshof (lat. curtis), der 885 erstmals als "Atarnhova" (Atterhofen) urkundlich erwähnt wurde und im Laufe des 9. Jahrhunderts mehrmals von fränkischen Königen aufgesucht wurde. Zum Beispiel war König Arnulf 888 in Attersee anwesend.

1007 wurde das Herrschaftsgebiet der Atterseer Burg von Kaiser Heinrich II. an das neugegründete Bistum Bamberg geschenkt. Zu diesem Besitz im Attergau gehörten "Dörfer, Weiler, Kirchen, Knechte und Mägde, freie Bauplätze und Gebäude, Kultur- und Wildland, Wälder und Forste, Gewässer mit Fischereirechten und Mühlen". All dies verzeichnet die in lateinischer Sprache verfasste Schenkungsurkunde.
Die Burg zu Attersee wurde in der Folgezeit mit Befestigungsanlagen ausgebaut und war im Hochmittelalter das Herrschaftszentrum des Attergaues. Erst im Spätmittelalter verfiel das Bauwerk, als eine neue Burg (urkundl. ca. 1440 als "Neu Attersee", später "Kogl" genannt) auf dem Koglberg bei St. Georgen errichtet wurde.

Im östlichen Attergau entwickelte sich Kammer zu einem eigenen Herrschaftsbereich, wo die Grafen von Schaunberg 1230 ein Seeschloss errichteten, das ursprünglich nur über eine (Zug-)Brücke mit dem Festland verbunden war. Der heutige Landweg zum See wurde erst nach 1800 aufgeschüttet. Der Bamberger Besitz ging 1379 an die Landesherren, die Habsburger, über. Die drei Herrschaften Frankenburg, Kammer und Kogl mussten von den Habsburgern wegen Geldmangels immer wieder verpfändet werden, und die jeweiligen Inhaber der Herrschaften versuchten möglichst viel Gewinn aus dem Besitz herauszupressen. So wurden im Laufe des Spätmittelalters die Belastungen der Bauern durch Robot, Zehent und Sonderausgaben immer drückender und unerträglicher.

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