
Die Figuren der lebensgroßen Weihnachtskrippe von Nussdorf sind nicht geschnitzt und nicht gegossen, aber auch nicht aus Fleisch und Blut.
Und doch haben sie Leben in sich: sie stellen – z.T. in verblüffender Ähnlichkeit – Menschen aus Nussdorf dar. Sie stehen als Hirten in jenem „Stall“, wo im Sommer Konzertmusik für den Sommergast ertönt.
1998 begannen Frauen der Goldhaubengruppe unter fachkundiger Anleitung der Maskenbildnerin Nora Brunnhofer ihr Werk im Musikpavillon von Nussdorf.
Im ersten Jahr war es die Heilige Familie mit zwei Hirten, wofür die Ehemänner von aktiven Trachtenfrauen Pate standen: der Bäcker Hans mit dem Brotlaib und der mit Weinkrug und Winzerschürze.
Im zweiten Jahr kamen die alten Hiaslbauer-Leut (Gruber) dazu, ehrenwerte ehemalige Nussdorfer Bauern und Bürgersleute. Außerdem noch einiges an Getier und Nebenfiguren.
Inzwischen war klar, dass noch weitere Figuren Platz finden mussten. An Vorbildern aus unserer Vergangenheit war auch kein Mangel. Die Künstlerin hatte die meisten Vorbilder aber nicht gekannt und war auf bescheidenes Bildmaterial und auf die Ausdrucksfähigkeit der Helfer angewiesen.
Die alten Ragginger-Leute sind auch in der Runde: er als Fleischhauer mit dem Wurstkranz in der Tasche, sie als unvergessene um das Wohl ihrer Gäste besorgte Wirtin, und seit 2001 auch die Hanni-Tante. Nicht vergessen ist auch die alte Schwarzenbacherin, die kinderreiche Bergbäuerin, die sich mit dem Eierkörberl das bescheidene Wirtschaftsgeld aufbessert.
Der Baumann Toni gehört als Kriegsversehrter zur Gegenwart von Nussdorf, ein humorvoller Charakter aus unserem Dorfleben.
Schon ein beträchtliches Stück in der Vergangenheit liegt der adelige Krippenbesucher, der Freiherr Eugen von Ransonnet. Der vollbärtige Diplomat hatte sich um das Jahr 1870 in Nussdorf niedergelassen. Als Botschafter des Kaisers, als Maler, Musiker, Schriftstelle, Alpinist, Wassersportler und Biologe hat er sich seinen Ruf erworben. Die Gemeinde verdankt ihm die ersten Impulse für den Fremdenverkehr.
Richtig königlich wurde die Krippe im Dezember 2001. Nora Brunnhofer erdachte, plante und verwirklichte die Heiligen Drei Könige, die sich samt Gefolge dem Stall nähern. Damit hat die Krippe den Rahmen der ersten Jahre gesprengt und sich auf den gesamten Platz ausgedehnt.
Die Figuren werden zu Adventbeginn aufgestellt und bleiben bis Mitte Jänner.
Keiner kann an der nahen Straße vorbeifahren ohne das aufwändige Geschehen zu bemerken, denn der stolze Engel am anderen Straßenrand verkündet es von oben:
Macht Rast und schaut hin, wo die Dorfleute zur Weihnachtszeit Wache halten bei der Dorfkrippe von Nussdorf am Attersee.
Ferienregion Attersee - Salzkammergut
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