
In den ersten vorchristlichen Jahrhunderten waren große Teile Mittel- und Westeuropas von den Kelten besiedelt.
Die keltischen Gallier, die den römischen Eroberern in der bekannten Comic-Serie Asterix erfolgreich Widerstand leisteten, sind sicher vielen bekannt.
Die Kelten sind das erste namentlich bekannte Volk auf dem österreichischen Staatsgebiet. Man vermutet, dass einige moderne geografische Bezeichnungen auf eine keltische Wurzel zurückgehen. Zum Beispiel führt man den Gewässenamen "Ager" auf ein keltisches Wort zurück, welches "Wasser" bedeuten soll. Für das Wort Attersee nimmt man eine indogermanische Wurzel an.
Tatsache ist, dass die Kelten auf dem Gebiet des heutigen Österreich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert erstmals so etwas wie einen zusammenhängenden Staat gegründet haben, das Königreich Noricum, das unter Kaiser Augustus 15 v.Chr. vom römischen Milität besetzt und in der Folge eine Provinz des Römischen Reiches wurde.
Ein gut ausgebautes Straßensystem war für die Verwaltung eines Weltreiches wichtig. Salzburg (Iuvavum) und Wels (Ovivlava) waren durch eine Konsularstraße verbunden, deren Verlauf noch heute die Bundesstraße B 1 folgt (römischer Meilenstein vor der Pfarrkirche von Vöcklamarkt). Eine Nebenstraße führte auch an den Attersee, wo man um 1900 in Buchberg bei Seewalchen angeblich noch Reste eines römischen Straßenpflasters und Steinblöcke der Ufermauer sehen konnte.
Die verfeinerte Lebensweise der Römer hielt nun auch am Attersee und im Attergau Einzug, unter anderem dürfte der Weinbau in den klimatisch begünstigten Seeuferzonen von der Antike bis ins Mittelalter hinein betrieben worden sein.
Von den Spuren aus der Römerzeit in unserer Gegend erwähnen wir die Grabsteine (St. Georgen, Seewalchen), das Flurdenkmal der römischen Quadrafluren in St. Georgen und vor allem die Mosaikreste der römischen Villen in Weyregg am Attersee. Darüber hinaus bezeugen die Ortsnamen von Seewalchen und Ainwalchen die Anwesenheit der Römer, die von den Germanen später als "Walchen" bzw. "Welsche" bezeichnet wurden. Römischen Ursprungs ist auch der Ortsname von Gampern (Campus, das Feld).