
Prof. Dr. techn. Dr. Dr. h.c. Viktor Kaplan ist der Erfinder der nach ihm benannten Wasserturbine
Die Kaplanturbine wird weltweit in Flusskraftwerken zur Erzeugung von elektrischem Strom eingesetzt. In Österreich arbeiten u. a. in allen Donaukraftwerken Kaplanturbinen und etwa die Hälfte des gesamten österreichischen Stroms wird mit Kaplanturbinen produziert. Die größten bisher gebauten Kaplanturbinen arbeiten in Südamerika und China und haben einen Laufraddurchmesser bis zu 10 m und eine maximale Leistung von 235 000 kW (320 000 PS).
Viktor Kaplan wurde am 27. November 1876 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Nach dem Studium des Maschinenbaus an der Technischen Hochschule in Wien ging er 1903 an die Deutsche Technische Hochschule (DTH) in Brünn, wo er sich fortan der Verbesserung von Wasserkraftmaschinen widmete. Nach fünfzehn Jahren an der DTH wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Viel Zeit verbrachte er mit Versuchen in seinem kleinen Turbinenlaboratorium. 1913 meldete Kaplan eine neuartige Turbine mit verstellbaren Laufradschaufeln zum Patent an. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im niederösterreichischen Velm die erste Kaplanturbine mit einem Laufraddurchmesser von 60 cm in Betrieb genommen.
In den nächsten Jahren begann ein wahrer Siegeszug der Kaplanturbine, zuerst in Europa, dann weltweit. Kaplan wurden insgesamt 280 Patente in 25 Staaten erteilt.
Viktor Kaplan war verheiratet und hatte zwei Töchter. 1920 erwarb Kaplan das Landgut „Rochuspoint“ in Unterach am Attersee und baute es in den folgenden Jahren großzügig aus.
1931 zog die Familie Kaplan dauerhaft hierher. Am 23. August 1934 starb Viktor Kaplan auf “Rochuspoint“. Seine Frau Margarethe Kaplan ließ das Mausoleum errichten.
Für seine Verdienste um die Nutzung der Wasserkraft erhielt Viktor Kaplan zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. Unter anderem wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Deutschen Technischen Hochschulen in Prag und Brünn verliehen. Er erhielt die Goldene Medaille des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins und die Diesel-Medaille des Deutschen Erfinderverbandes.
1930 wurde er zum Ehrenbürger von Unterach am Attersee ernannt. Er war auf österreichischen Briefmarken und von 1962 bis 1972 auf der 1000-Schilling Banknote abgebildet.
Linktipps:
Viktor Kaplan - 2-Seen-Themenweg
Viktor Kaplan - Wikipedia
Viktor Kaplan - Atterwiki
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